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From Legacy to Modern: der steinige Weg der Erneuerung

From Legacy to Modern: der steinige Weg der Erneuerung

Erfahren Sie, wie sich Organisationen erfolgreich erneuern lassen, welche Hürden dabei zu meistern sind und welche Erfolgsfaktoren echte Transformation möglich machen – im Gespräch mit Antonio Novillo Suarez, internationaler Advisor, Mentor & Executive, interviewt von Daniel Joseph, Managing Partner bei Morgan Philips Executive Search.

03/07/2026 Zurück zu allen Artikeln

Organisationen zukunftsfähig aufzustellen bedeutet, bestehende Denkweisen zu hinterfragen und Veränderungen konsequent umzusetzen. In einem Umfeld, das von Komplexität, Regulierung und technologischer Dynamik geprägt ist, sind klare Visionen und saubere Umsetzung entscheidend für nachhaltigen Erfolg.

Antonio Novillo Suarez, international erfahrener Executive, bringt umfassende Erfahrung in der strategischen Neuausrichtung von Organisationen sowie der Verbindung von operativer Exzellenz und technologischer Innovation mit.

Daniel Joseph, Managing Partner bei Morgan Philips Executive Search, hat mit ihm darüber gesprochen, wann Organisationen neu denken müssen, welche Hürden Transformation erschweren und was erfolgreiche Veränderung wirklich ausmacht.

           

Antonio Novillo Suarez
Internationaler Advisor & Mentor
 

 

Daniel Joseph
Managing Partner
Morgan Philips Executive Search

Woran erkennen Sie, dass es Zeit ist, Organisationsprozesse grundlegend neu zu denken?

Aus meiner Erfahrung gibt es mehrere klare Anzeichen dafür, dass ein Umdenken notwendig wird. Ein sehr typisches Signal ist, wenn Sätze wie „Das haben wir schon immer so gemacht“ zur Standardantwort werden. Ebenso auffällig ist, wenn Mitarbeitende über viele Jahre hinweg in denselben Rollen verbleiben, ohne sich im Sinne der Organisation weiterzuentwickeln.

Hinzu kommt eine generelle Ablehnung gegenüber neuen Ansätzen, nicht nur technologisch, sondern auch in der Gestaltung von Prozessen. Für mich besonders kritisch ist jedoch, wenn bestehende Strukturen und Abläufe nicht mehr hinterfragt werden. Sobald diese kritische Reflexion fehlt, ist das oft ein deutlicher Hinweis darauf, dass Veränderung dringend erforderlich ist.

Gab es in Ihrer Karriere eine Situation, in der Sie besonders deutlich gespürt haben, dass ein Neudenken von Prozessen notwendig ist?

Ja, solche Situationen habe ich tatsächlich häufig erlebt. Besonders schwierig wird es, wenn Unternehmen wirtschaftlich erfolgreich sind, ein „Weiter so“ scheint dann zunächst keinen unmittelbaren Anlass zur Veränderung zu geben.

Ein weiterer Faktor ist die Haltung der Führungsebene: Wenn sich Führungskräfte primär als Verwalter verstehen, liegt der Fokus oft auf dem Erhalt des Status quo statt auf strategischer Weiterentwicklung. Verstärkt wird das durch fehlgeleitete Anreizsysteme im Top-Management. Diese führen häufig dazu, dass notwendige Investitionen ausbleiben, mit Konsequenzen, die sich erst mittel- bis langfristig bemerkbar machen.

Was war die prägendste Erfahrung Ihrer Karriere, bei der Sie einen echten Paradigmenwechsel begleitet haben?

Eine besonders prägende Erfahrung habe ich in einem internationalen Unternehmen gemacht, das die Transformation sehr klar von oben gesteuert hat. Die Botschaft lautete sinngemäß: „Either you are on the train or you will be off the train soon.“

Diese Klarheit hat den Veränderungsprozess zwar nicht unbedingt einfacher gemacht, aber sie hat eines sehr deutlich gemacht: Die Vision war eindeutig, und die Umsetzung wurde konsequent verfolgt. Dadurch wurde verhindert, dass die Transformation im Alltag versandet oder an Unentschlossenheit scheitert.

Welche Hürden begegnen Ihnen bei Transformationsprozessen am häufigsten, insbesondere im internationalen Vergleich?

Die größte Hürde ist und bleibt aus meiner Sicht eine gewisse Selbstzufriedenheit also „Complacency“ im Sinne von „Don’t change a running system“. Dieses Denken zeigt sich häufig auch in dem bekannten Satz „Das haben wir schon immer so gemacht“.

Dieser Widerstand gegen Veränderung und insbesondere gegen radikales Hinterfragen ist eine der zentralen Herausforderungen in Organisationen. Ich bin überzeugt, dass Innovations- und Transformationsfähigkeit ein fester Bestandteil der DNA moderner Unternehmen sein muss. Ziel sollte es sein, kontinuierliche Verbesserung konsequent zu verankern, sodass große disruptive Transformationen idealerweise gar nicht erst erforderlich werden.

Auf diese Weise lassen sich langwierige und kostenintensive Transformationsprogramme vielfach vermeiden. Entscheidend ist dabei das Verständnis, dass der Business Case für solche Veränderungen selten rein monetär zu bewerten ist, sondern häufig in der strategischen Weiterentwicklung und langfristigen Zukunftssicherung liegt.

Woran erkennen Sie, dass eine Transformation in einer gewachsenen Organisation wirklich gelungen ist?

Ein guter Indikator ist aus meiner Sicht die Stimmung und Haltung innerhalb der Organisation. Wenn Mitarbeitende aus eigener Überzeugung positiv über ihre Abteilung und das Unternehmen sprechen und im Kern sagen „dort ist es cool“, ist das ein starkes Zeichen für ein gesundes Umfeld.

Ebenso spricht es für eine gelungene Transformation, wenn der Blick auf Wettbewerber nicht als Bedrohung verstanden wird, sondern als Orientierung und Ansporn. Entscheidend ist zudem eine Kultur, in der es selbstverständlich ist, Neues auszuprobieren und in der auch Fehler als Teil des Lernprozesses akzeptiert werden.

Welche zentralen Learnings nehmen Sie aus Ihrer Erfahrung in der stark regulierten Finanzindustrie mit?

Einige zentrale Statements lassen sich gut zusammenfassen.

Erstens „Get it done“. Entscheidend ist, den Fokus nicht zu verlieren und Themen konsequent zur Umsetzung zu bringen.

Zweitens „People are a key factor“. Die richtigen Fähigkeiten und Kompetenzen im Team sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor.

Drittens „Swarm Intelligence“. Es ist entscheidend, ein gemeinsames Verständnis und eine starke Teamkultur zu schaffen, frei nach dem Motto „One team, one dream, one vision“. Das hilft enorm, auch durch schwierige Phasen zu navigieren.

Gerade im regulierten Umfeld ist es wichtig, Anforderungen von Anfang an mitzudenken und nicht erst im Nachgang zu adressieren. Und bei all dem darf eines nicht vergessen werden: der Kunde. Seine Perspektive sollte immer im Mittelpunkt stehen.

OUTRO / TAKEAWAY

Antonio Novillo Suarez hat wertvolle Einblicke in erfolgreiche Transformationen und die Herausforderungen gewachsener Organisationsstrukturen gegeben. Im Kern wird deutlich: Eine klare Vision, konsequente Umsetzung und kontinuierliches Hinterfragen sind entscheidend für nachhaltigen Erfolg.

Wenn Sie Interesse an aktuellen, relevanten Themen rund um Transformation, Innovation und Leadership in Ihrem Sektor haben, freue ich mich auf Ihre Bewerbungen. Gemeinsam können wir die Zukunft aktiv gestalten.

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